Schreibroutine – Und täglich grüßt das Murmel- Monster

Es klingt schon etwas paradox, wenn man zu einem Teil so gerne schreibt, dass man es rund um die Uhr, Tag ein Tag aus tun könnte (manchmal steh ich sogar nachts dafür auf… harhar) 😀 Zum anderen aber kaum in der Lage ist, einen längeren Text an einem Stück zu schreiben.

Wenn du es auch schon einmal versucht hast, dann weißt du genau, was ich meine. Es ist eines, sich einen Plot auszudenken, es ist etwas anderes, diesen Faden so weit zu spinnen, dass man in 30 Tagen seine ersten 50000 Worte beieinander hat. Dazu ist die NaNoWriMo- Writing Chalange ein hervorragendes Beispiel, Herausforderung und eine Schreibzeit voller Energie, weil man doch weiß, dass rund um die Welt so, so viele Menschen mit den gleichen Mühen kämpfen.

Lange Rede, kurzer Sinn, wie meine Mutter immer zu sagen pflegte :-D. Wie kann es nun gelingen, drann zu bleiben? Was reizt uns, doch wieder genau heute genau 1666 Worte zu schreiben, und das auch noch in einem genauen Zusammenhang mit der Geschichte, an der wir gerade Arbeiten?

Ich weiß, höchst wahrscheinlich sind das alles Dinge, über die sich weder Arthur Conan Doyle, noch Robert Luis Stevenson je in dieser Art über ihre Konzeption nachgedacht hätten … oder über ihre Schreibroutine. Sei es drum…

Ich wünschte mir also ein Trekking- Tool, das mich herausfordert, gegen mich selbst anzutreten und am Ball zu bleiben. Da fand ich als erstes 750words – das Konzept dieser Seite ist einfach: Schreibe jeden Tag 750 Worte und erhalte damit eine Belohnung in Form eines Aufklebers.

Ich hab mich hier kurz einmal angemeldet, um es zu demonstrieren. Leider ist 750w nur auf englisch, aber es ist leicht zu übersetzen und intuitiv anzuwenden. Die kleinen grünen Kästchen sind der Kalender und zeigen jeden Tag, an dem du geschrieben hast. Das ei ist der Sticker dafür, dass ich grad begonnen hab und der Truthahn steht für drei Tage in einer Reihe.

Hier siehst du, wie deine Schreiboberfläche ausschaut. 750w speichert deine Zeit, die du benötigst, um 750w zu schreiben, wieviel wpm du schaffst (words per minute) und all so etwas.

Hier siehst du noch einige Aufkleber… den Albatros gibt es nach 70 Tagen in einer Reihe.
Positiv: 
  • intuitiv anzuwenden, auch wenn man nicht viel mit englisch am Hut hat
  • man kann gut gegen sich selbst antreten, in Schnelligkeit und Durchhaltevermögen
  • Community, Belohnungen und monatliche Challenge
  • man entwickelt ein neue eigene Schreibroutine

Nicht ganz so positiv: 

  • mir ging es oft so, ich hab dann immer irgendetwas geschrieben, wenn ich nichts mehr wusste, nur damit ich mein Kreuzchen bekam und dann später meinen Aufkleber… nur bedingt zweckdienlich
  • für mich sind 750 Worte zu wenig… Das gilt aber wirklich in dem Fall nur für mich und soll nicht angeberisch sein. Ich hab mir ja mein Schreibkonzept (Ich werd es an anderer Stelle beschreiben und hier mit verlinken, sollte ich es vergessen haben, erinnere mich bitte im Kommentar daran, ja) zu weit herunter gebrochen, dass eins Szene etwa 1666 Worte sind und diese hab ich dann noch einmal in 8 Abschnitte unterteilt, so dass es je Abschnitt 200 Worte hat. Dem zur Folge müsste ich immer bei einer halben Szene stoppen… das hab ich versucht, es ist so ärgerlich…
  • Das geht also auch besser, dachte ich mir!
Nach einiger Recherche fand ich Writing Streak. Das ist genau das, was ich gesucht hab.

Es ist beige… 😀 Das ganze Universum ist ja beige! Hat mir schon einmal sehr gut gefallen. 

Im oberen Bereich hat es einen Kalender (kann man über die Settings einstellen) für jeden Tag einen kleinen Punkt, wenn das Ziel erreicht ist, ein kleines Viereck, wenn noch einige Worte fehlen und ein leeres Kästchen, wenn noch nicht begonnen wurde.

Darunter ist eine Aufstellung der letzten 10 oder 12 Tage, bis zum aktuellen Datum. Neben dem Datum erscheint dann die Wortzahl und die Zeit, die es gebraucht hat, sie zu schreiben. Es hat auch die Möglichkeit, im Vollbildmodus zu schreiben, das ist prima, brauch ich aber nicht so sehr.

Wichtig waren für mich diese Settings hier: Ich kann selbst eintragen, wie lang meine Novel sein soll und wie lang ich daran schreiben will, ob ich jeden Tag in der Woche schreibe, oder an ein- zwei Tagen nicht. Ja, sollte ich es verpassen, dann bekomme ich um 9.00 Uhr eine Email gesendet, das ist auch nett.

Für alle Fans der Darkside!!! Es hat auch ein finsteres theme. Wirklich nice, aber mir beliebt es in beige.

Positiv: 
  • schöne Visualisierung des bereits geschafften Contents im oberen Bereich
  • klar strukturiert, gut für meine Augen (in beige ^^)
  • !!! Man kann über die Einstellungen die Länge der Geschichte einstellen UND das tägliche Tagesziel festlegen !!! Absolut das wichtigste für meinen Geschmack.
  • schickt Reminder Email
Nicht ganz so positiv:
  • keine Community

Natürlich hab ich bei meiner Suche auch noch weitere Trekking- Alternativen gefunden, die ich hier in Kurzform vorstellen will.

Writehoney: Ähnliches Konzept natürlich, mir ein wenig zu spartanisch… und zu Lila. 

Daypage: Dieses Konzept hab ich nicht ganz verstanden. So wie ich es sehe, wird dort in der Community miteinander geteilt, wie viel man geschrieben hat. Also liegt hier der Schwerpunkt auf das soziale Commitment. Wenn du damit schon Erfahrungen gemacht hast, dann schreib uns davon in einem Kommentar.

Fighters Blog: Absolut witzige Geschichte 😀 Wenn man es mal beim schreiben bisschen unter den Achseln kribbeln lassen will, dann sollte man das versuchen! 😀 Es wird auf Zeit geschrieben, du musst eine von dir selbst gewählte Wortzahl auf Zeit herunter schreiben. Das befähigt deinen Charakter dazu, gegen ein Monster zu kämpfen. Dabei ist es wichtig, in die Tasten zu hauen! Solltest du das nicht tun, ist es abgelaufen (ein Balken läuft herunter derweil) und dein Charakter stirbt. 😀 Absolut süß gemacht und es trainiert das Schreib-denken. Für mich ist es nicht für eine tägliche Routine geeignet, da ich da bissl mehr Fokus auf die Geschichte legen mag, nicht auf die Zeit. Aber es ist absolut geeignet, für die Übung: Klärgrube des Geistes (Link folgt- nach V.F.Birkenbiehl) und macht so richtig Spaß. Es hat das ähnliche Konzept, wie Write or Die für iOS. 

Jetzt bist du dran! Hat dir mein erster Einblick in meine Werkzeugkiste gefallen? Möchtest du eine ausführlichere Beschreibung (also eine Software pro Artikel) oder ist es auf diese Art ausreichend? Welche Erfahrungen hast du bereits gemacht? Wie schaffst du deine tägliche Schreibroutine? Was sind deine Tricks? Schreib mir jetzt einen Kommentar.

PS: Um eine richtige Schreibumgebung zu kreieren, drücke F11 (bzw. FN+F11) auf deiner Tastatur, dann hast du das reine Blatt Papier, sprich dir reine Webseite, ohne störende Ablenkungen… 😀

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